Nikotin - eine tödliche Dosis für Kinder !

Nikotin - eine tödliche Dosis für Kinder !
"Wenn Kinder Zigaretten essen, besteht Lebensgefahr !"


-E- Quelle: Zeitschrift der DHS 3/93 (Deutsche Hauptstelle für Suchtgefahren)

Bereits die Aufnahme von 10 Milligramm Nikotin kann für
ein Kleinkind tödlich sein, wobei diese Menge in der Regel schon
in einer einzigen Zigarette vorhanden ist. Hier zeigt sich deutlich,
daß bei der weltweiten Diskussion über die Schädlichkeit des
Rauchens ein Aspekt weitgehend unbeachtet geblieben ist:
die Unfallgefährdung speziell kleiner Kinder, die durch Neugierde
oder Unachtsamkeit Zigaretten oder Tabak in den Mund nehmen,
verschlucken und sich damit vergiften.

Nach Auskunft der Giftnotzentralen rufen immer wieder besorgte Eltern an,
deren Kinder Zigaretten gegessen haben. Eigentlich kein Wunder,
denkt man an den hohen Zigarettenkonsum vieler Erwachsener
und die damit verbundenen überfüllten Aschenbecher und herumliegenden Zigarettenpackungen.
Eine Untersuchung hat gezeigt, daß etwa 20 Prozent aller untersuchten
Vergiftungsunfälle mit Kindern durch Nikotin (Essen von Zigaretten) passieren.
Damit stehen sie hinter den Vergiftungen mit Medikamenten an zweiter Stelle.

Zum Glück ereignen sich relativ wenig Nikotinvergiftungen mit tödlichem Ausgang,
was aber wohl in erster Linie darauf zurückzuführen ist,
daß durch das regelmäßige therapeutisch herbeigeführte Erbrechen
(als Erste-Hilfe-Maßnahme) die Resorption des Nikotins aus dem
Magen-Darmtrakt rechtzeitig unterbunden wird.

Das soll Eltern jedoch nicht zur Sorglosigkeit verleiten, denn Kinder reagieren individuell verschieden: Was viele Kinder ohne Folgen überstehen,
kann bei anderen zu erheblichen Vergiftungserscheinungen führen.
So starben zum Beispiel zwei 2- und 3jährige Brüder,
weil sie Zigarettenkippen verschluckten.

Symptome bei Nikotinvergiftungen
Damit im Vergiftungsfall Erste Hilfe geleistet werden kann, ist es wichtig,
die typischen Symptome einer Nikotinvergiftung zu erkennen.
Diese treten in der Regel schon in der ersten Stunde auf:
Bei leichten Vergiftungen kommt es zu Übelkeit, Schwindelgefühl,
Kopfschmerzen, Speichelfluß, Erbrechen und Zittern; bei schweren
Vergiftungen zu Kollaps mit kleinem, sehr schnellen Puls, kaltem Schweiß,
Zuckungen, Leibschmerzen und Durchfällen; bei schwersten Vergiftungen
sogar zu Bewußtseinsverlust, zu Krämpfen, Atem- und Herzlähmungen.

Kleinkinder am meisten gefährdet
Am einfachsten ist es natürlich, wenn die Eltern durch entsprechende
Aufsicht und durch das Wegräumen von Zigaretten und Tabak grundsätzlich
dafür sorgen, daß Nikotinvergiftungen nicht passieren können,
denn fast alle Vergiftungsunfälle mit Kindern geschehen in der elterlichen
Wohnung. Dieser Idealzustand läßt sich jedoch erfahrungsgemäß nicht erreichen.
Deshalb sollten Eltern schon bei Verdacht, daß ihr Kind Zigaretten gegessen hat,
den Hausarzt oder die Giftnotzentrale anrufen. Als Faustregel gilt:

Wenn Kinder weniger als 1/4 Zigarette gegessen haben, ist eine Giftentfernung
in der Regel überflüssig. Ab 1/3 Zigarette sollte man das Kind erbrechen lassen,
ab 3/4 Zigaretten können erhebliche Krankheitserscheinungen auftreten.
Auf jeden Fall sollte durch den Arzt eine Magenspülung werden.

Als Erste-Hilfe-Maßnahme keine Milch zu trinken geben (falsches Hausmittel) sondern versuchen,
das Kind zum Erbrechen zu bringen:
Bei Anruf in der Giftnotzentrale möglichst genaue Auskunft geben
(was hat das Kind verschluckt, wieviel davon, wann ist es passiert?).
Der Arzt am Telefon gibt dann weitere Anweisungen oder ordnet den Transport in die Klinik an.

Da Kinder im Kleinkind- bzw. Vorschulalter am stärksten gefährdet sind,
können nur die Eltern durch vorbeugende Maßnahmen dafür sorgen,
daß es nicht zu Vergiftungsunfällen durch Nikotin kommt.

Aus der vorliegenden Unfalluntersuchung ist bekannt,
daß 50 Prozent der Nikotinvergiftungen im ersten,
45 Prozent im zweiten Lebensjahr des Kindes passieren.

Anmerkungen der Nichtraucher-Initiative Wiesbaden e.V.:
Die Gefahr das Kinder Zigaretten essen, ergibt sich schon aus der Tatsache,
dass Erwachsene Zigaretten ja auch in den Mund nehmen (Nachahmungseffekt) !!!
Auch die vielen rücksichtslos weggeworfenen Zigarettenkippen stellen eine
besonders große Gefahr dar !!!
In Nichtraucher-Wohnungen sind solche Giftunfälle ausgeschlossen,
da keine Zigaretten herumliegen!!!

Deshalb die eindringliche Bitte an alle Eltern:
Lassen Sie das Rauchen sein, Sie schädigen nicht nur sich allein!!!

SOLLTE JEDOCH EIN VERGIFTUNGSFALL EINGETRETEN SEIN,
SCHNELLSTENS DIE NOTRUFNUMMER 112 WÄHLEN!!!

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